Saunavarianten


Finnische Sauna

Eine Kabine aus Holz, in der ein Schwitzbad auf unterschiedlichen Höhen-Niveaus eingenommen wird, ermöglicht Temperaturen zwischen 80°C und 100°C bei einer relativen Luftfeuchte von ca. 10%. (Die relative Feuchtigkeit ist dabei das Verhältnis der tatsächlich enthaltenen zur maximal möglichen Masse an Wasserdampf in der Luft.)

 

Früher wurde mit Öl- und Holzöfen geheizt, wobei die Einstellung der Temperatur von dem Erfahrungswert des Bedieners abhängig war. Heutzutage heizt man mit elektrischen Öfen, die mit Hilfe eines intelligenten Regelungssystems bedient werden. Die Vernetzung von Temperaturfühler (Ofenfühler) mit dem Saunaofen und der Steuerung ermöglicht dadurch eine einfache und genaue Einstellung der Temperatur. Dieses System ist optional mit einem zweiten Temperaturfühler (Bankfühler) erweiterbar, hierdurch wird die Toleranz zwischen eingestellter Temperatur und der tatsächlich herrschenden geringer, weil der Steuerung zwei Referenzwerte zur Verfügung stehen.

 

Die im Ofen eingelegten Steine (Tiefengestein) haben eine gute Wärmespeicherfähigkeit, dies nützt der gleichmäßigen Wärmeabgabe und dem plötzlichen Verdampfen des Aufgusswassers (="Dampfstoß", finn. Löyly). Dazu wird reines oder mit ätherischen Ölen oder Kräuter-Aromen vermischtes Wasser auf die heißen Saunasteine gegossen. Das erhöht für kurze Zeit prompt die Luftfeuchtigkeit und unterbricht die Verdunstungskühlung des Schweißes auf der Haut, wodurch der Hitzereiz verstärkt wird.

Dampfsauna

Gilt als die "sanfte Sauna" und wird auch als Danarium oder Sanarium bezeichnet. Sie ist eine Ableitung der klassischen finnischen Sauna, bei der allerdings mildere Temperatur und höhere Luftfeuchtigkeit herrschen. Während der relativen Luftfeuchtigkeit von 40% bis 60% liegt die Temperatur zwischen 45°C und 60°C

 

Dank der Regelungstechnik ist auch hier, durch Interaktion von Ofenfühler, Verdampfer und Ofen eine genaue Einstellung der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit möglich. Die Erweiterung um einen zweiten Temperaturfühler (Bankfühler) ist hier ebenfalls möglich. Die Luftfeuchtigkeit kann durch Zeitsteuerung geregelt werden, dazu wird abhängig von der eingestellten Temperatur und relativen Feuchte der Verdampfer in regelmäßigen Zeitabständen zugeschaltet. Alternativ dazu kann man durch direkte Messung der Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Feuchtefühlers das System präzisieren. Außerdem sieht eine für den Dampf-Betrieb geeignete Steuerung den Anschluss eines Ventilators vor, um nach Beendigung des Bads die Feuchtigkeit aus dem Saunainnenraum zu transportieren.

 

Die am Verdampfer befindliche Kräuterschale ermöglicht es verschiede ätherische Öle oder Kräuter-Aromen zu verdunsten und so einen angenehmen Duft zu erzeugen. Häufig wird das Danarium auch mit speziellem Farblicht zur visuellen Entspannung kombiniert.

Infrarotkabine

Bei der klassischen Wärmeerzeugung durch Öfen wird die Umgebungsluft erhitzt, diese eingebrachte Wärmeenergie der Luft überträgt sich anschließend auf alle Objekte mit der sie Kontakt hat. Im Gegensatz dazu erwärmen Infrarotstrahlen nicht die Umgebungsluft, sondern direkt den angestrahlten Körper, ähnlich dem Prinzip der Sonnenstrahlung, wodurch das Vorheizen des Saunaraums überflüssig wird. Durch die Wärmeabstrahlung der Wände wird eine Raumtemperatur zwischen 30°C und 70°C erreicht, gebunden an die eingestellte Temperatur und die Leistung der Infrarotstrahler.

 

Die Steuerung ermöglicht hier die Regelung der Leistung einzelner Infrarotstrahler, um verschiedene Körperpartien unterschiedlich stark erwärmen zu können, meist unterteilt in Rückenpartie, Frontpartie und Beinbereich. Dabei arbeitet das System mit einem Temperaturfühler, der die Raumtemperatur erfasst. Verwendet man IR-Heizfolien statt IR-Strahler besteht die Möglichkeit einen zusätzlichen Heizfolienfühler zu verwenden, um die Temperatur direkt an der Heizfolie einzubeziehen.

 

Die Infrarotstrahlung ist ein natürlicher Bestandteil des Sonnenlichtspektrums mit der Wellenlänge zwischen 780nm und 106nm (7,8 x 10-4mm bis 1mm) und wird in drei Gruppen innerhalb des Infrarotspektrums unterteilt. Die Eindringtiefe der Wärmestrahlung in die Haut ist von der Wellenlänge abhängig:

Infrarot - Typ Wellenlänge Eindringtiefe in die Haut
Infrarot A 780nm – 1400nm 5 – 6mm bis zur Unterhaut (Subdermis)
Infrarot B 1400nm – 3000nm 2,5mm bis zur Lederhaut (Dermis)
Infrarot C 3000nm – 106nm 0,1mm, nur die oberster Haut (Epidermis)